SÍSIFO

Sisyphus war allein – Weblog säkular humanistischer Weltbürger

f. Contra Humanisten Privatschule

HVD-Schule (in Bremen gewünscht)

- eine Schule des Humanistischen Verbandes (HVD) -

wird säkulare Szene schwächen, statt sie zu unterstützen!?

HVD-Schule: IBKA sagt nein zum Nein!

“Nein zur HVD-Petition in Bremen!”, erklärten IBKA-Mitglieder vergangene Woche, nachdem im vereinsnahen Internetforum “Freigeisterhaus” um Unterstützung der Petition zur Schaffung einer Humanistischen Schule Bremen gebeten wurde. Gerichtet ist die Petition an die Bremer Bürgerschaft und zielt darauf ab, die Bildungssenatorin Renate Jürgens-Pieper von ihrer Blockadehaltung gegenüber der Schulgründung abzubringen. Im Vorfeld hatte das Verwaltungsgericht Bremen festgestellt, dass für den Humanstischen Landesverband Bremen e.V. die Voraussetzungen für einen Anspruch auf Zulassung vorhanden wären. Die Bildungssenatorin gab sich mit dem Gerichtsurteil nicht zufrieden. Sie wolle weiterhin “alle Rechtsmittel ausschöpfen”  und kündigte einen Instanzenprozess bis zum Verfassungsgericht an…weiter lesen….

Sísifo: In den letzten Jahren steigt der Wunsch, besonders konfessions- oder esoterikgebundene Privatschulen aus den Allgemein Bildenden Schulen herauszulösen, nun auch eine humanistische. Nach vielen Jahrzehnten war es fast gelungen, die elitären Schulstrukturen zu einer Schule des Volkes umzubilden, zumindest mit vielen Versuchen, die Grundschule mit Förderstufe/Orientierungsstufe sogar ins 6. Schuljahr hineinzuretten, um endlich mehr Schulgerechtigkeit und Chancengleichheit für sozial schwächere Familien einzufordern, da bewegt sich mit dem Privatschulentrend wieder vieles in vordemokratische Zeiten vor der Französischen Revolution.

Zitat: “Zu den großen Ungerechtigkeiten im 19. Jahrhundert gehörte der abgesperrte Zugang zu höherer schulischer Bildung für den Großteil der Bevölkerung. Der Adel schickte seine männlichen Nachkommen auf Kadettenanstalten, das Bürgertum schickte seine Kinder auf private Vorschulen, die auf den Eintritt in das Gymnasium vorbereiteten. Für die Mehrheit gab es wegen des hohen Schulgeldes nur die unter kirchlicher Aufsicht stehende Volksschule, in der das vorrangige Ziel war, gerade so viel schreiben, lesen und rechnen zu können, dass die Bibel gelesen und der Berufsalltag bewältigt werden konnte…..” Zitat-Ende,

Original FGH freigeisterhaus.de: http://freigeisterhaus.de/viewtopic.php?t=29689 – 16.07.2010 – 11:33

Zu den vielen Privatschulen (Clubschulen?) einiger Konfessionen und der Esoterik (z. B. Waldorfschulen, Rudolf-Steiner-Schulen…) will jetzt auch der Humanistische Verband Bremen (HVD) eine Privatschule gründen. Das gelingt nicht so leicht. So versucht man dort, mit Hilfe des Vereins “Freie Schule Bremen” und Unterschriftenlisten einer Petition, den Bremer Senat für sich zu bewegen. Der HVD hält die Forderung der “säkularen Lösung” vermutlich nicht für ausreichend, sich durch Ethik-Unterricht oder das Unterrichtsfach Werte und Normen als verbindliches Unterrichtsfach für alle Schüler starkzumachen und zu fordern, den konfessionsgebundenen Religionsunterricht aus der Schule herauszuhalten.

Keine Unterschrift für diese Petition! Keine Unterschrift!

Zitat unter Freigeister.de: “Privatschulen fördern die Entwicklung von Parallelgesellschaften. Wer gegen Konfessionsschulen ist, wer gegen die Ausbreitung freier christlicher Schulen, gegen kreationistische Schulen ist, der sollte sich auch entschieden gegen private HVD-Schulen wehren. Denn allen diesen Schulen ist, trotz ihrer entschiedenen Unterschiedlichkeit in ihrer Grundausrichtung, eines gemeinsam. Auf diese Schulen gehen nur noch Kinder einer Weltanschauung. Auf den Pausenhöfen dieser Schulen spielen nicht mehr die Kinder unterschiedlicher Herkunft mit einander, wo des einen Vater Muslim ist, des andern Mutter Atheistin, die Kinder von Ärzten und Anwälten mit den Kinder von Arbeitslosen, Handwerkern und Fabrikarbeitern. Nein, hier spielen Kasten untereinander.

Wer diese Entsolidarisierung der Gesellschaft, beginnend in KiTa und Grundschule haben will, der unterschreibe diese ePetiton.
Wer aber für eine offene Gesellschaft ist, in der nach Möglichkeit des Staates, jedem die gleichen Bildungschancen gegeben sein sollten -und ja, sie sind es ja gerade laut internationaler Studien bei uns nicht- der sollte nicht unterschreiben…. “
..weiter lesen….

Nein zur HVD-Petition in Bremen

Religionskritischer Arbeitskreis Wiesbaden,
eine Initiative von IBKA und Freireligiöser Gemeinde Wiesbaden.

Die Webseite “Wissen Rockt”

widmet diesem Thema auch eine Seite im Zusammenhang mit der Vorstellung des IBKA-Teams Niedersachsen und Bremen

und Kommentaren dazu.

Zitat von Alexander, 15. Juli 2010 um 14:13 – Webseite “Wissen Rockt”: Wie sollte es de facto dann aussehen, wenn der HVD in Bremen den Zuschlag bekäme? Wäre der HVD der alleinige Vertreter für Schulkinder von Vätern und Müttern aller Konfessionsfreien, von Freigeistern, von Brights, von Giordano Bruno Stiftung-Fördermitgliedern, von IBKA-Mitgliedern? Wäre er einverstanden damit, dass Scientology, Bahai, Osho, ProChrist, die Zeugen Jehovas, Union progressiver Juden, Muslime, Ex-Muslime, Kalifatsstaat, Schiiten, Sunniten, Aleviten, Jesiden, Rosenkreuzer, Buddhisten oder Hinduisten das gleiche Recht beanspruchten und dann schließlich die staatliche Schule schließen müsste mangels Schülerzahlen? Gleiches Recht für alle, die auf dem Boden der Verfassung stehen, wobei nicht gesagt ist, dass alle vorher genannten treu demokratischen Grundsätzen folgen! Sagen wir nicht, die spielten keine Rollen, weil sie die Kinder/Schülerzahlen nicht hätten. Man sollte sich schon die Prognosen des Bevölkerungswachstums anschauen und damit die steigenden Zahlen einiger Religionsgruppierungen…..”….weiter lesen…..

Ob der folgende Aufsatz/Artikel “Schule als Ersatzreligion” – oder ketzerisch von Sísifo: “Privatschule als Religionsersatz” (?) – nun im Zusammenhang mit dem Thema steht oder nicht, kann bezweifelt werden. Als Fakt jedoch wird dort genannt, dass Privatschulen generell im PISA-Vergleich nicht besser dastehen. Sollte sich die humanistische Schule einreihen in die “Schul-Sondermodelle” von Waldorfschulen, Montessori-, Freinet-, Lietz- oder Petersenschulen? Schulen reformerischer “Meister”? Gäbe sie damit auch der Schulpolitik Verstärkung, im Sinne der Gleichbehandlung auch Scientology, den Zeugen Jehovas, Bahai, einigen der vielen muslimischen Organisationen oder anderen die Errichtung von Privatschulen gewähren zu müssen?


Schule als Ersatzreligion

__________________

Sísifo – Weblog säkular humanistischer Weltbürger – Juli 2010


 
Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.